Viele Handwerksbetriebe, mit denen ich spreche, haben aktuell ein größeres Problem als fehlende Kundenanfragen: fehlendes Personal. Trotzdem behandeln fast alle ihre Website nur als Werkzeug zur Kundengewinnung. Dabei ist sie oft die erste Anlaufstelle für potenzielle Bewerber, noch vor jeder Stellenanzeige.
Wie Bewerber heute wirklich suchen
Ein Auszubildender oder Geselle, der sich für Ihren Betrieb interessiert, googelt Ihren Namen, bevor er sich bewirbt, sei es weil ein Bekannter den Betrieb empfohlen hat oder weil er auf eine Stellenanzeige gestoßen ist. Findet er dort nur eine Website voller Kundenansprache und keinen Hinweis darauf, wie es ist, bei Ihnen zu arbeiten, ist die Chance groß, dass er sich woanders umsieht.
Was ein guter Karriere-Bereich enthält
Ein eigener Bereich für Bewerber muss nicht aufwendig sein, aber ein paar Punkte sollte er beantworten:
- Welche Stellen sind aktuell offen, für Auszubildende genauso wie für erfahrene Fachkräfte
- Wie sieht der Arbeitsalltag im Betrieb tatsächlich aus, am besten mit echten Fotos statt Stockmaterial
- Welche Vorteile bietet der Betrieb konkret, etwa geregelte Arbeitszeiten, Weiterbildung oder ein Firmenfahrzeug
- Wie einfach ist die Bewerbung, im Idealfall reicht eine kurze Nachricht mit Kontaktdaten, ohne komplizierte Formulare oder Portale
Warum Fotos vom Team mehr bewirken als jede Anzeige
Menschen bewerben sich bei Menschen, nicht bei einem Logo. Fotos vom tatsächlichen Team bei der Arbeit zeigen Bewerbern, wer sie erwartet und wie der Betrieb tickt. Das schafft mehr Vertrauen als jede formulierte Stellenbeschreibung.
Mitarbeiterempfehlungen als unterschätzter Kanal
Wenn aktuelle Mitarbeiter zufrieden sind, sind sie oft die glaubwürdigste Werbung, die Sie haben. Ein kurzer, ehrlicher Erfahrungsbericht auf der Website wirkt authentischer als jede Marketingformulierung und kann genau die Zweifel ausräumen, die ein Bewerber vor der Bewerbung hat.
Der doppelte Nutzen für kleine Betriebe
Gerade kleinere Handwerksbetriebe können sich selten ein separates Karriereportal oder eine teure Recruiting-Kampagne leisten. Die eigene Website, die ohnehin für Kunden gepflegt wird, kann mit wenig zusätzlichem Aufwand beide Zielgruppen gleichzeitig bedienen: Kunden, die eine Leistung brauchen, und Bewerber, die einen Arbeitsplatz suchen.
Ich baue bei Handwerker-Websites den Karriere-Bereich standardmäßig mit ein, weil ich in der Praxis sehe, wie oft er über eine erfolgreiche Stellenbesetzung entscheidet.