Es gibt diesen Moment kurz vor zehn, wenn draußen die Schlange steht, drinnen die Musik läuft und irgendjemand am Eingang ein Handy in der Hand hält, auf dem sich eine Liste nicht aktualisiert. Ich habe diesen Moment oft genug gesehen, um zu wissen: Das Problem ist selten die Veranstaltung. Das Problem ist die Software drumherum.
Deshalb habe ich ticketseinfach.de gebaut. Kein zugekauftes System mit meinem Logo darauf, sondern ein eigenes Produkt von pixlwerk – Datenbank, Shop, Scanner und Abrechnung, komplett von mir entwickelt. Seit diesem Sommer läuft es nicht mehr nur bei mir, sondern öffentlich: Veranstalter können sich selbst registrieren und noch am selben Abend Tickets verkaufen.
Warum überhaupt ein eigenes System?
Weil ich mir die Alternativen angesehen habe. Die großen Portale können viel, aber sie verdienen prozentual mit. Je besser dein Event läuft und je hochwertiger deine Tickets sind, desto mehr zahlst du – für exakt dieselbe Leistung. Bei einem 12-Euro-Ticket fällt das kaum auf. Bei 200 verkauften VIP-Karten schon.
Dazu kommt etwas, das mich noch mehr gestört hat: Bei vielen Anbietern fließt das Geld deiner Gäste erst einmal zu ihnen. Du wartest auf einen Auszahlungslauf, auf eine Auszahlungsgrenze, auf eine Sperrfrist. Für einen Verein, der am Montag die Band bezahlen muss, ist das kein Detail.

Ich wollte ein System, das an einem Ticket verdient – nicht am Erfolg des Veranstalters.
Eine feste Zahl statt eines Prozentsatzes

Das Gebührenmodell war der Punkt, an dem die ganze Entwicklung hing. Es ist bewusst so einfach, dass man es in einem Satz erklären kann: 1,00 € Systemgebühr pro verkauftem Ticket. Sie bleibt 1,00 €, ob das Ticket 8 € oder 80 € kostet. Dazu kommt nur das, was der Zahlungsdienstleister tatsächlich einbehält – ohne Aufschlag durchgereicht.
Und das Geld? Geht direkt auf das Zahlungskonto des Veranstalters. Ich bin an keiner Stelle dazwischen, verwahre nichts und rechne meine Systemgebühr hinterher ganz normal per Dienstleistungsrechnung ab. Bei einem 10-Euro-Ticket sieht das so aus:
Keine Einrichtungspauschale, keine Einstellgebühr pro Veranstaltung, keine monatliche Grundgebühr, keine Mindestlaufzeit. Fällt ein Termin ins Wasser, kostet das nichts – weil es nichts zu kündigen gibt.
Gebaut für den Abend, nicht für die Demo
Ein Ticketsystem wird nicht am Schreibtisch entschieden, sondern zwischen 20 und 23 Uhr an einer Tür. Genau dafür ist der Einlass gebaut:
- Ohne App, ohne Leihscanner. Gescannt wird im Browser des Handys, das dein Team ohnehin dabei hat. Beliebig viele Geräte gleichzeitig, unter einer Sekunde pro Ticket.
- Auch ohne Netz. Am Festplatz bricht das Mobilfunknetz zuverlässig dann weg, wenn die Schlange am längsten ist. Der Scanner arbeitet offline weiter und gleicht später ab.
- Jeder Scan wird protokolliert. Ein bereits benutztes Ticket zeigt sofort, wann und an welchem Gerät es durchgelaufen ist. Das beendet Diskussionen an der Tür in fünf Sekunden.
- Live-Modus. Eine Seite, die während der Veranstaltung zeigt, wie viele Gäste drin sind und wo es hakt.
- Abendkasse im selben System. Karten an der Tür laufen über dieselbe Zählung wie der Vorverkauf – eine Abrechnung am Ende, nicht zwei.
Der Shop läuft auf der Website des Veranstalters
Ein Punkt, der mir als Webentwickler besonders wichtig war: Der Ticketverkauf gehört auf die eigene Seite, nicht auf ein fremdes Portal zwischen 200 andere Events. Deshalb gibt es den Shop als Baustein zum Einbinden – im Design der jeweiligen Website, wahlweise als PHP-Einbindung, als JavaScript-Widget oder über eine offene Schnittstelle für Entwickler.
Jeder Veranstalter bekommt dafür einen eigenen Schlüssel, über den genau seine Veranstaltungen ausgeliefert werden. Die Gäste kaufen bei ihm. Die Kundenbeziehung bleibt bei ihm. Und die Käuferdaten gehören ihm – der Auftragsverarbeitungsvertrag dazu wird beim Registrieren digital geschlossen, statt als PDF hin- und hergeschickt zu werden.
Die Neugestaltung: weniger behaupten, mehr zeigen
Zum öffentlichen Start habe ich die komplette Website überarbeitet. Der größte Unterschied ist keine neue Farbe, sondern eine Haltung: Statt „faire Preise" zu behaupten, steht die Rechnung jetzt sichtbar auf der Seite – mit einer Tabelle, in der die Systemgebühr bei 10, 25 und 50 Euro dreimal dieselbe 1,00 € zeigt, während der prozentuale Anteil daneben mitwächst. Wer verstehen will, was er zahlt, muss keine Preisliste interpretieren.
Auf der Projektseite laufen die Kennzahlen inzwischen live aus der Datenbank: abgewickelte Veranstaltungen, verkaufte Tickets, der Umsatz, der an die Veranstalter gegangen ist. Keine gerundeten Marketingzahlen, sondern der Stand von genau jetzt. Das ist unbequemer – und genau deshalb richtig.
Für wen das gebaut ist
Für Vereine, Clubs, Stadtfeste und Veranstalter aus der Region, die kein Konzernsystem brauchen, sondern eines, das ihre Abläufe kennt. Für alle, die am Eventtag keinen Fallnummer-Support in einer anderen Zeitzone wollen, sondern jemanden, der abnimmt und das System selbst gebaut hat.
Entwickelt in Neumarkt in der Oberpfalz. Von mir. Als Produkt von pixlwerk – mit demselben Anspruch, den ich an jede Kundenwebsite habe: Es muss etwas leisten, nicht nur gut aussehen.
